Presse
29.05.2008, 09:01 Uhr
IVZ, 29. Mai 2008
Planer: Nachtflugverbot unvereinbar mit Projekt „Industry Logistic Base Hörstel“ Von Stephan Beermann Hörstel. Das Projekt Kon¬traktlogistikflugplatz auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Dreierwalde ist seit Mitt¬woch offensichtlich endgültig vom Tisch. In einem Schrei¬ben an die Bürgermeister der Stadt Hörstel und der Ge¬meinde Hopsten teilt Jürgen Wegner vom Planungsbüro Creativ Consulting Manage¬ment (CCM) mit: „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass das Projekt Jndustry Logistic Base Hörstel', wie es in der ,Planerischen Mitteilung' vor¬gestellt wurde, für uns an die¬sem Standort nicht mehr durchführbar ist." Ausschlaggebend dafür sei der Ratsbeschluss der Stadt Hörstel vom 7. Mai gewesen. In diesem Beschluss hatte sich der Hörsteler Rat zwar grund¬sätzlich dafür ausgesprochen, ^das; Projekt Frachtflughafen zu prüfen und gegebenenfalls die planerischen Vorausset¬zungen zu schaffen. Dies aber mit der Einschränkung, dass auf keinen Fall Starts und Landungen von Flugzeugen während der Nacht erlaubt werden. Wie mehrfach berichtet, ließ Wegner wissen, dass durch ein absolutes Nachtflugverbot das Projekt zum Scheitern ver¬urteilt wird, da Kontraktlogistiker auf die Anbindung an den internationalen Flugver¬kehr angewiesen seien. Dies schrieb er Mittwoch auch den Bürgermeistern: „Im Rahmen der Globalisierung in der Kon¬traktlogistik ist es jedoch un-erlässlich, dass Maschinen aus dem asiatischen, ame¬rikanischen und Pazifikraum auch nachts landen bzw. star¬ten können." Weiter heißt es: „Für uns ist dieser Beschluss bedauerlich, da unsere nun¬mehr dreijährige Vorarbeit und unsere Bemühungen nicht mehr zum Tragen kom¬men." Die Bürgermeister haben die Fraktionen bereits infor¬miert. In einer Stellungnahme sagte Bürgermeister Heinz Hüppe: „Mal gucken, wie es weitergeht." Er bedaure die Absage, denn etwas Vergleich¬bares gebe es nicht. Eine wei¬tere Nachfolgenutzung des ehemaligen Nato-Flugplatzes sei nicht absehbar. „Ich sehe keine Alternative", sagte Hüp¬pe, und er fügte hinzu: „Am besten wäre: Die Betriebe, die auf dem Flugplatz schon aktiv sind, machen weiter wie bis¬her. Aber damit ist das Ge¬samtgelände nicht genutzt und die BIMA (Bundesanstalt für Immobilienangelegenhei¬ten) wird da nicht mitma¬chen." Er bedaure es, dass ei¬ne Chance verdorben sei, noch bevor sie ernsthaft überprüft Verden konnte. Zur Erinne¬rung: Laut „Planerischer Mit¬teilung" von Jürgen Wegner hätte der Betrieb einer „In¬dustry Logistic Base" lang¬fristig mehrere tausend neue Arbeitsplätze in die Region gebracht. Ganz ähnlich schäzt der' Bürgermefster der Gemeinde Hopsten, Winfried Pohlmann, den aktuellen Stand ein: „Ich bedaure es, dass dieses Projekt so früh zu Ende geht; es hätte zumindest eine Chance verdient." Aufgabe eines Bür¬germeisters und der Kommu¬nalpolitik sei es doch, auch über den Tellerrand hinaus¬zuschauen und darüber nach¬zudenken, „wie geht es weiter in 20 oder 30 Jahren?". Es sei zu befürchten, dass durch die radikale Position der Flug¬platzgegner nachfolgenden Generationen eine Entwick¬lungschance genommen wur¬de. Pohlmann wörtlich: „Ein¬fach nein zu sagen ist das Ein¬fachste." Ob damit auch verantwort¬lich und weitsichtig gehandelt wird, stehe auf einem anderen Blatt, so Pohlmann. Ein wei¬terer Beschluss zur Änderung des Regionalplanes wird im Hopstener Rat am 11. Juni nun nicht mehr erforderlich sein. Der Punkt wird von der Tagesordnung abgesetzt. Aufgabe werde es jetzt sein, nach weiteren Chancen der Nach¬folgenutzung zu suchen, und dies „möglichst einvernehm¬lich".
aktualisiert von Rolf Schütte, 29.05.2008, 09:03 Uhr
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